Aok baden-württemberg Vertrag inkontinenz

Das Projekt Pflegenetze Bayern richtete sich auch speziell an die Fachpflege, indem es die beteiligten Ärztenetzwerke zur Integration von Fachärzten, insbesondere Psychiatern und Neurologen, verpflichtete. Die Zusammenarbeit wurde durch Verträge für integrierte Pflegeprogramme im Zusammenhang mit Primärversorgungsverträgen nach . 73b SGB V geregelt. Nach Daten aus drei Studien lag die Prävalenz von Diabetes mellitus bei deutschen Pflegeheimbewohnern bei 25 % (davon 80 % Typ II). Komorbiditäten waren häufig: arterielle Hypertonie (41 bis 68%), koronare Herzerkrankungen (27 bis 38%), Schlaganfall (24 bis 29%), Demenz (34 bis 57%) und Kontinenzprobleme (29 bis 71%). Die Ergebnisse einer Studie legten nahe, dass diabetische Bewohner im Durchschnitt mit zehn Diagnosen und vier geriatrischen Syndromen (z. B. Immobilität, Inkontinenz, kognitiven Verfall) auftreten. Diabetische Folgesequenzen wie Amputationen wurden bei 12% der Diabetiker, Blindheit in 5% und Abhängigkeit von Dialyse bei etwa 2% gefunden. Variable Prävalenzraten wurden für andere Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit Diabetes mellitus berichtet: 5 bis 10 % bei Fußproblemen und 5 bis 20 % bei Neuro- oder Nephropathie. Vier Publikationen befassten sich mit aktuellen Reformen des deutschen Gesundheitssystems (GKV-WSG, PflWG). Die Einführung einer stärkeren Flexibilität bei der Vergabe von Verträgen durch Änderung des SGB V wurde von den Autoren begrüßt, insbesondere die Tatsache, dass integrierte Pflegemodelle nicht mehr auf bestimmte Krankenkassen beschränkt sind. Positiv wurde zudem festgestellt, dass die Qualifikationsanforderungen nun gesetzlich festgelegt sind.

Gleichzeitig warnte die Ärztegemeinschaft davor, dass das Recht der Patienten, sich frei für einen Arzt zu entscheiden, das Recht des Arztes auf freie Ausübung seines Berufes auf dem Spiel stehen könnte (Direktoren von Pflegeheimen dürfen keine Ermessensbefugnis erhalten). Auch eine medizinische Ausg. Der Kooperationsvertrag zwischen dem Hessischen Verband der gesetzlichen Krankenkassen und dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) stellte eine Umsetzung des Rahmens der KV-Initiative Pflegeheim dar, der inzwischen von allen 17 Kassenärztlichen Vereinigungen unterzeichnet wurde. Eine weitere Form der Organisation der Fachpflege für Pflegeheime demonstrierte die Bayerische Geriatrische Praxisverbünde, die auch unter die KV-Initiative Pflegeheim gestellt werden kann. Zu den relevanten Veränderungen der GKV-WSG gehörten die Möglichkeit, Pflegeheimbewohner mit spezialisierter Palliativversorgung zu versorgen, sowie die Möglichkeit, Pflegeheime als Vertragspartner in integrierte Pflegemodelle zu integrieren. Während die Suchergebnisse dieses HTA-Berichts keine Hinweise auf den ersten Aspekt enthielten, wird die letztgenannte Möglichkeit derzeit in einer Reihe von Pilotprojekten getestet (siehe unten). Informationen zu 16 Pilotprojekten zur Verbesserung der fachärztlichen Versorgung von Pflegeheimbewohnern standen zur Verfügung. Die Projektbeschreibungen basierten auf Pressemitteilungen, Verträgen, Präsentationsfolien, Zeitschriften- und Zeitungsartikeln. Für eines dieser Projekte lag keine umfassende und kohärente Beschreibung vor.

Neun von 16 Projekten haben die Verbesserung der fachärztlichen Versorgung explizit als primäres Projektziel definiert. Als mögliche Ursachen für eine suboptimale (fach-) medizinische Versorgung in Pflegeheimen werden kommunikative, infrastrukturelle, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte diskutiert. In den letzten Jahren hat die Gesetzgebung versucht, diesen Problemen entgegenzuwirken, indem sie die Vertragsoptionen lockerte (Selektivverträge nach . 73b SGB V, s. 140a-b SGB V, SGB V; Verpflichtung der Sicherstellung nach Nr. 12 Abs. 2 SGB XI, 3 92b SGB XI). Diese regulativen Veränderungen lösten eine Reihe von Pilotprojekten aus, die darauf abzielten, die medizinische Versorgung von Pflegeheimbewohnern zu optimieren.